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Dezember, 2005 | Seite
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Spellborn-Storysammlung
I) Eine bessere Zukunft
Jera macht sich auf den Weg zum Feld. Es war Erntezeit. Endlich würde er die Früchte einsammeln können. Lang genug hat es ja gedauert bis die Truppen des Hauses Rune seine Felder verlassen hatten. Der Streit um das kleine Shard im Niemandsland, Jeras Heimat, ging nun schon ins dritte Jahr.
Er seufzt, rückt sein Bündel zurecht und schlurft den Pfad entlang. Ein Mal noch auf Feld, dann sollte die Passage für seinen Sohn Ger bezahlt werden können. Der Captain des ´Tausendjährigen Falkens´ ließ einfach nicht mit sich Handeln. Er bestand jedes Mal auf die volle Bezahlung. Dabei fragte Jera schon seit gut 2 Jahren nach einer billigen Passage für seinen Sohn an.
Endlich erreichte der Bauer das Feld. Er warf den Sack mit dem Werkzeug ab, kippte ihn aus und ergriff die Hacke. „Feldarbeit.“ Wie sehr Jera doch dieses Wort hasste. Doch ohne das Graben und Stochern auf den Feldern würde er halt das Geld für seinen Sohn nicht zusammenbekommen.
„Frisch ans Werk!“ So sprach Jera sich Mut zu. Er bog eine Pflanze voller Früchte beiseite und griff beherzt zu. Eine abgehackte Hand. Blutverkrustet und verdreckt. „Muss wohl ´nem reichen Daerie-Zauberer gehört haben. Voller Ringe.“ Mit geübten Stichen schnitt Jera die Finger ab, klaubte die herunterfallenden Ringe auf und streifte weiter durch seinen Acker.
Hier einen Arm, dort einen Torso. Hin und wieder sogar ein ganzer Körper. Das Haus Rune hatte wieder ganze Arbeit an seinen Feinden geleistet. Der Shard war nun mal ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Das jedenfalls hatte vor einigen Monaten ein Söldnerführer zu Jera gesagt. War Jera zwar egal, aber zu leiden hatte seine Familie trotzdem. Die Feldfrüchte waren zumeist von den Leichenteilen verdorben. So ist nun mal das Schicksal der Welt. Der Bauer hat vor dem Krieger zu kuschen.
Nach einer guten Stunde hatte Jera seinen Sack voll und machte sich auf den Rückweg. Er ging einer besseren Zukunft entgegen. Für seinen Sohn. In Gedanken versunken trottet der Bauer dahin: „Sollen diese bekloppten Häuser nur meinen Sohn verschonen!“
Ger wird ein besseres Leben habe. In der großen Stadt. Da wird er schon etwas lernen. Das Orakel wird Ihm den Weg weisen. Das Orakel wird’s richten. Die bessere Zukunft für Ger.
Dafür geht der Vater... über Leichen.
* * *
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